Josephine Mutzenbacher
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Vorbemerkung
Das Tagebuch, das Josefine Mutzenbacher über
ihre Kindheit und die ersten Wochen ihres Dirnenlebens führte,
wurde vor einer erklecklichen Reihe von Jahren veröffentlicht.
Zeit ihres Lebens hat Josefine Mutzenbacher sich geweigert,
ihre weiteren Aufzeichnungen über ihre Erlebnisse zur
Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen.
Erst jetzt ist es gelungen, dieses Buch an
Reichhaltigkeit des Inhaltes den ersten Teil weit überbietende
Tagebuch aus ihrem Nachlaß zur Veröffentlichung freizubekommen
und dadurch der interessierten Leserschaft nicht nur ein
unverschminktes menschliches Dokument von einmaliger Echtheit
und Eindringlichkeit zu bieten, sondern die Lebensgeschichte
und Liebesgeschichten der Josefine Mutzenbacher völlig zum
Abschluß zu bringen.
Die als Eintänzerin tätige Nichte der
Josefine Mutzenbacher hat diesen zweiten versiegelten Teil des
Tagebuches aufgefunden, als sie die Briefschaften und
schriftlichen Aufzeichnungen der einst so lebenstollen
Pepi-Tant', die als geachtete Bürgerin gestorben war, sichtete.
Wohl stand auf dem dickleibigen Päckchen, das die vergilbten
Tagebuchaufzeichnungen enthielt, »Nach meinem Tode zu
verbrennen«, aber das junge Mädchen war viel zu neugierig, als
daß es diesen Wunsch ohne weiteres erfüllt hätte. Und als sie
die Schilderung der Erlebnisse von Josefine Mutzenbacher
gelesen hatte, schien ihr dieses Manuskript viel zu prickelnd
und aufreizend, als daß sie sich von ihm hätte trennen und es
dem Feuer überantworten wollen.
Dieses neue Tagebuch, das den unmittelbaren
Anschluß an den Lebensabschnitt darstellt, den Josefine
Mutzenbacher in ihrem bekannten ersten Tagebuch schilderte,
konnte aber nur durch besondere Müheaufwendung zur einmaligen
Veröffentlichung gelangen. Denn es gab viele Bedenken der
nunmehrigen Besitzerin zu zerstreuen, ehe sie ihr
Einverständnis zur Veröffentlichung dieses neuen Tagebuches
gab.
Mit der Edierung dieses Werkes legten sich
die Herausgeber selbst die Verpflichtung auf, alle Maßnahmen zu
treffen, die die Verbreitung des Buches auf den engen und
ausgewählten Kreis der Mitglieder beschränken und insbesondere
jede Zugänglichmachung an Jugendliche auszuschließen. Auch
wurde durch entsprechende Maßnahmen volle Gewähr gegen jeden
Mißbrauch dieses dokumentarisch gewiß höchst belangvollen
Werkes geschaffen.
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